erlebnis ridinger

1698 - 1998

Der allgegenwärtige Meister –
hier aber entschlüpft der Kenntnis seiner Werkbearbeiter

71. (August Wilhelm Graf von Mellin.) Versuch einer Anweisung zur Anlegung, Verbesserung und Nutzung der Wildbahnen. Mit 2 Holzschnitt-Vignetten + 118 Kupfern verschiedenen Formates bis hin zu (Fast-)Blattgröße. Berlin + Stettin, Pauli, 1779. 4°. XXI, 1, 356 SS. Rubinroter Radja-Ziegenldr.-Bd. mit Streicheisen-Verzierung und Ridinger-Hirsch auf beiden und Titel auf Vorderdeckel, alles goldgeprägt, sowie grünem Rückenschild. Verblaßter Punktierschnitt d. Zt. In gleichfarbenem Hldr.-Schuber. (Buchbinderei M. Hierl Bonn.)

Holzmann-Bohatta IV, 9279; Lindner 11.1427.01; Schwerdt II, 22 („a beautiful and scarce book“); Nagler, Monogrammisten, II, 430 + 457, + V, 1598; Thieme-Becker XXIV, 366; Katalog der Ornamentstichsammlung Berlin 3354.

Gewidmet (Lewin Rudolf?) Frhr. von der Schulenburg. – Überwiegend stockfleckenfreies und bräunungsfreies, gesamthaft gutes, zugreifenswertes Exemplar.

Das umfassende, reich illustrierte gesuchte Kompendium für den Jäger. Die bald rein instruktiven, bald bildschönen Kupfer überwiegend von Mellin nach eigenen Vorlagen, teils „ad vivum“ gearbeitet, jedoch auch nach Jacques de Sèves und Joseph Halfpenny sowie mindestens 9 nach Ridinger, davon fünf mit der Bezeichnung „J. E. Ridinger del.“. Das daneben figurierende „W. C. M. sculp.“ Mellin’s die auch noch von Lipperheide (Tf 19) kolportierte aktive Mitarbeit Ridinger’s und der anderen beiden als Irrtum Nagler’s belegend. Indes nahm Mellin für andere eindeutig nach Ridinger gefertigte Kupfer auch das „del.“ für sich in Anspruch. Darüberhinaus dürfte ein springendes Schwein nach einer Vorlage Joh. Heinrich Tischbein’s II gearbeitet sein.

Kurz, über die thematische Strenge hinaus für den Ridinger-Sammler als Zugabe erfüllt von dem ganzen Reiz eines Bilderquizes. Wie geschaffen zu die grauen Zellen motivierender, spannender Abwechslung auf runder Geburtstagsfête.

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