erlebnis ridinger

1698 - 1998

Die  Reitschule  der  wundervollen  Leichtigkeit

27. Die große Reitschule in groß Quer-Imperial. Reiche Schul-Szenerien mit Erläuterungen im Unterrand in landschaftlichem bzw. architektonischem Ambiente. Folge von 6 Blatt. Radierungen von Martin Elias nach väterlicher Vorlage. Bezeichnet: à Joh(an)(:) El: Ridinger inv: et del: Aug: Vindel: 1744 (ff.) / qz. Mart: El: Ridinger Filio suo æri incisi 1774/1776. Ca. 37 x 62,5 cm.

Thienemann + Schwarz (Falttafel Bd. I, XXII) 708-713; Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. XXVIII (1857), Nr. 38 („Neue Abdrücke“); Helbing, Katalog XXXIV (1900), J. E. und M. E. Ridinger, Nr. 1253 („spätere Abdrücke, bis an den Plattenrand beschnitten“); Schwerdt, Band III (1928), Seite 142 („A fine set“, später in Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub und auf deren 1963er Versteigerung als „Die schönste und seltenste der Ridinger’schen Reitschulen“ qualifiziert).

WANGEN-Wasserzeichen nebst zweiter, wohl variierender typographischer Marke. – Ein Blatt rechts auf Plattenkante geschnitten, sonst dort bis 1 cm, oben und unten bis 2 bzw. 3,5 cm und links einheitlich 0,5 cm breitem weißen Papierrand. – Ein schmaler Ausriß im breiten weißen Plattenrand ebenso hinterlegt wie vereinzelte Kleineinrisse. Ein Blatt mit geglätteter vertikaler Quetschfalte, ein anderes mit retouchierter Bereibung innerhalb von Baumstaffage. – Von der hervorragenden Druckqualität der alten Abdrucke.

Die zu Gunsten reichsten Geschehens klein gehaltene Figurierung in ihrer großzügigen Umgebung verleiht dieser dritten (von fünf) Schule einen ganz einzigartigen optischen Reiz. Und obgleich, ähnlich anderen höchstseltenen seiner Arbeiten, die Platten noch 1856 existierten, lassen sich in hiesigem Archiv für die über 135 Jahre seit Thienemann neben jetzigem kaum mehr als sieben weitere Exemplare nachweisen, von denen zumindest drei teils spätere Abdrucke, teils bis zum Plattenrand beschnittene oder gar aufgezogene waren. Das schöne Exemplar mit Provenienz Duc d’Arenberg der glanzvollen Gräflich Faber-Castell’schen Ridinger-Sammlung wurde auf deren 1958er Versteigerung gleichbewertet der 23blätterigen 1722er Schule und gar der 101blätterigen Folge der Wundersamsten Hirsche. Von herrlicher Druckqualität und jungfräulicher Frische schließlich jenes 1990 hier durchgelaufene Exemplar.

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