erlebnis ridinger

1698 - 1998

Das Löwen-Exemplar mit der Nummer 1 !
Das Hand-Exemplar des Meister’s ?

21. Abbildung Der Jagtbaren Thiere mit derselben angefügten Fährten und Spuhren, Wandel und Gänge, Absprünge, Wendungen, Widergängen, Flucht und anderer Zeichen mehr … nach der Natur gezeichnet, samt Einer Erklärung darüber. Augsburg, Selbstvlg., (1738-)1740. Gr.-2°. 1 Blatt Titel (in Rot + Schwarz als Erstausgabemerkmal). Mit bildlich ausgeführter gestochener Piqueur-Leithund-Titelvignette (15,3 x 23,4 cm) + 23 Radierungen (ca. 37-37,5 x 29-30 cm), davon Blatt 1-20

in  Probedrucken  vor  der  Numerierung,

die an gleicher Stelle handschriftlich in Bister

in korrekter Abfolge eingesetzt ist, und noch

zwei  weiteren  importanten  Abweichungen.

Rubinroter Radja-Ziegenleder-Band mit 2 dunkelgrünen goldgeprägten Rückenschildern, goldgeprägtem 2teiligen Titel auf Vorder- und Ridinger-Hirsch-Vignette auf Rückdeckel sowie Goldfilete auf beiden, alles 23,5karätig.

Thienemann (ohne Kenntnis von Abzügen vor der Numerierung) + Schwarz (Farbtafel Bd. I, X) Nrn. 162-185; Weigel XVIII 15, vor A (von A-C);
Helbing XXXIV (1900) Nr. 325 ff.(„Eine der bedeutendsten Sammlungen des Künstlers“), sämtlichs im endgültigen Zustand mit der gestochenen Nummer oben rechts; hingegen Helbing 354 + 356 ohne alle Numerierung + 359, 362, 364, 366, 369 + 374 jeweils qualifiziert als „Probedruck mit eingeschriebener statt eingestochener Nummer“; Schwerdt, Bd. III, Seite 137; FAZ 14. 10. 1995 (zugehörig den „berühmtesten Serien des Künstlers“).

Hiesige Blätter 1-20 also Probedrucke vor der Erstausgabe, die Blätter 21-23 mit den verkleinerten Fährten und Spuren im drucknumerierten endgültigen Zustand, davon Blatt 22 unter Fortfall einer Trennlinie von zwei Platten gedruckt, wie anderwärts für alle drei belegt und hiesigerseits für einen späteren Zwischenzustand angesehen. Gedruckt sämtlichs auf gegenüber dem Üblichen bemerkenswert feinem Papier und solchermaßen die dem Etat entsprechende hervorragende Druckqualität noch unterstreichend.

Die Platten-Signatur durchweg einheitlich in verschiedenen Varianten, bei den Tafeln 21-23 unter Fortfall des invenit. – Titel in Rot + Schwarz. – Ohne das Textblatt.

Die Kupfer durchweg auf oder knapp an Plattenkante geschnitten und zwei zu zwei auf vollen ca. 63 x 84 cm messenden Whatman-Bögen mit Wz. „J. Whatman / Turkey Mill / 1832“ montiert.

Möglicherweise des Meister’s Hand-Exemplar, mit großer Sicherheit aber zumindest erst 1830 unterstelltermaßen zusammen mit dem verbürgten zeichnerischen Nachlaß in die Hände J. A. G. Weigel’s in Leipzig gelangt. Eckstein für diese Überlegung bildet das 1832er Whatman-Papier als Untersatzbogen.

Denn Papier wie Aufarbeitung korrespondierend mit einem hier durchgelaufenen Exemplar der Folge der „Kämpfe reissender Thiere“, wobei die zeitliche Kongruenz – 1830 + 1832 – auf Weigel und über diesen hinaus auf den Nachlaß als Quelle verweist. Und von dort an Hand ausführlichen Schriftenvergleichs bezüglich der handschriftlichen Numerierung auf den Arbeitstisch des seine Kupfer sorgsam nachbearbeitenden Meister’s selbst.

Dies aber zusätzlich noch überhöht von zwei den jeweiligen Vorzeichnungen im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum folgenden textlichen Abweichungen, wie bislang nirgends sonst nachweisbar:

… Lesen Sie zu den einzelnen Probedruck-Merkmalen und der kostbaren Beigabe, die dem Exemplar den in Gold auf die Kassette geprägten Titel „Löwen-Exemplar“ verlieh, weiter im Katalog (Katalogbezug).

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