erlebnis ridinger

1698 - 1998

Der Ridinger der Niederländer

10. Die Nacht. / Nox. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger inv. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 41,5 x 56 cm.

Thienemann + Schwarz 1200. – Nicht bei Weigel (1857), Coppenrath (1889) und Helbing (1900). – Wasserzeichen: H G L. – Schlußblatt der ersten Folge der vier Tageszeiten in Genreszenen. – Deutsch-lateinischer Vierzeiler.

Wie alle Ridinger’schen Schabarbeiten außerordentlich selten. Komplett ist die Folge hier nur noch im Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung nachweisbar. Blatt 1 apart figurierte 1912 mit dem Prädikat „Sehr selten“ unter Position 2108 auf der 112. Boerner-Versteigerung, sodann 1980 hierselbst. Von den anderen Blättern der Suite, also auch anstehendem, ist hier nichts dergleichen bekannt.

Mit umlaufend 10-13 mm breitem Papierrand. Rechts eine 4,5 cm lange Schabspur sorgfältig retuschiert, eine gut stecknadelkopfgroße Fehlstelle im Mauerwerk unterhalb des Fensters geschwärzt. Die völlig geglättete Mittelfalte mit dünnem Papier doubliert. Im übrigen von schöner samtiger Schwärze und feinem Hell-Dunkel wie bei den generell nur kleinste Auflagen von etwa „50 oder 60 (sic!) saubere(n) Abdrucke(n)“ zulassenden Schabblättern – „hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“, von Sandrart 1675 – stets besonders hervorhebenswert und hier der nächtlichen Szenerie

den  ganzen  Zauber  der  lauen  Sommernacht  mitteilend.

Indes die Anlehnung an Ostade die künstlerische Tiefe des Meisters aufzeigt. Mittels eines

ganz  intimen, wunderschönen  Blattes

im Geiste der frühen Augsburger Jahre, da er auch alte Meister kopierte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, 2. Auflage, Seite 328).

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